Am Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg in Münster schon! Und zwar im Zuge des Neubaus der B481n mit Weiterführung der Umgehungsstraße und Anschluss an die Bundesstraße B51 in Richtung Norden.

Studierende der Fachschule für Technik, Fachrichtung Tiefbau FS17TT bekamen am 07.01.2020 die einmalige Gelegenheit, organisiert von einem Schüler und Mitarbeiter der Firma Oevermann Amadeus Seidel, Berge zu versetzen und schwere Technik für starke Frauen und harte Männer auszuprobieren.

Die Baumaßnahme umfasst den Neubau von immerhin 18 Brücken auf einem Streckenabschnitt von ca. 6,5 km Länge.

Die ersten Planungen einer Umgehungsstraße Münster gehen zurück bis in die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Die damals geplante Straße sollte die Weseler Straße mit dem Flugplatz „Loddenheide“ verbinden. Mit dem Bau der Straße wurde noch vor dem II. Weltkrieg begonnen. 1940 mussten die Bauarbeiten kriegsbedingt eingestellt werden. Erst 1954 wurden die Arbeiten zum Bau einer Umgehungsstraße wieder aufgenommen. 1962 war es geschafft. 1967 wurde bereits die heutige Linienführung für eine nördliche Verlängerung der B51 von der Warendorfer Straße bis zum Schifffahrter Damm (B481) festgelegt.

Die ersten Planunterlagen für den dritten Ausbauabschnitt der B51 bis zur Warendorfer Straße und den Neubau der B481n wurden 2006 öffentlich ausgelegt und damit das Planfeststellungsverfahren eingeleitet. Im Februar 2015 wurde mit den ersten Bauarbeiten begonnen (Gehölzeinschlag, Leitungsverlegungen, Kampfmittelräumung, etc.). Mit dem Beginn des Sommers folgen die Erstellung eines unterirdischen Regenrückhaltebeckens und der Ausbau des Abschnittes der B51 südlich der Wolbecker Straße einschließlich Stützwänden und Anschlussstellenrampen.

Alle Studierenden der Fachschule für Technik, Fachrichtung Tiefbau haben beruflich in irgendeiner Weise mit dem Bau von Straßen und Verkehrswegen zu tun. Sei es der Neubau, Unterhalt und die Sanierung von Verkehrswegen durch Straßenbauer und Straßenwärter oder die Planung, Kalkulation und Überwachung von Baumaßnahmen in Planungsbüros. Selbstverständlich sind viele Studierende direkt am Baugeschehen beteiligt, als Maschinenführer oder bei Behörden im öffentlichem Dienst.

Das Planungsziel:

Die B51 hat bereits heute als stark belastete Kraftfahrzeugstraße eine erhebliche überörtliche Bedeutung mit der Funktion einer Sammel- und Verteilerschiene für den Großraum von Münster. Sie ist zudem Bestandteil der überregionalen Verkehrsachse B51/ B64 Münster – Warendorf – Rheda-Wiedenbrück. Der Ausbau der B51 ist notwendig, da die Bundesstraße aufgrund des jetzigen Ausbauzustandes und des hohen Verkehrsaufkommens den Erfordernissen nicht mehr genügt und es somit zu erheblichen Belastungen der Anlieger und der Verkehrsteilnehmer durch Lärm und Verkehrsverdrängung in die angrenzenden Wohngebiete kommt.

Der Ausbau der B51 erfolgt auf einer Länge von 2,6 Kilometern. Der Querschnitt mit den vier Fahrstreifen sorgt für eine leistungsfähige Bundesstraße Im weiteren Verlauf der Strecke wird die Bundesstraße im Bereich Mauritz auf einer Länge von 900 Metern in einer Troglage geführt. Die Fahrbahn wird bis auf eine Tiefe von zwei Metern unter dem vorhandenen Gelände abgesenkt. Das dient insbesondere dem Lärmschutz.

Neubau der B481 – Weiterführung der Umgehungsstraße in Richtung Norden:

Die Bundesstraße wird im Anschluss an die B51 in Richtung Greven und Autobahn A1 auf einer Länge von 3,64 Kilometern neu gebaut. Die neue Straße erhält einen Querschnitt (RQ15,5) mit einer Gesamtbreite von 15,50 Metern. Mit einem Fahrstreifen für jede Richtung und einem Überholfahrstreifen, der jeder Fahrtrichtung abwechselnd zur Verfügung steht, wird die neue Bundesstraße als sogenannte 2+1 Führung leistungsstark ausgebaut.

Lärmschutz und Naturschutz:

Für den Schutz der Anwohner werden entlang der B51 und B481n umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen in Form von Wällen, Wänden und offenporigen Asphaltbelägen (OPA) umgesetzt. Durch die Herrichtung von Naturschutzmaßnahmen werden neue Lebensräume, für die durch die Baumaßnahme beeinträchtigte, einheimische Tier- und Pflanzenwelt geschaffen. Insgesamt ist die Schaffung von 46,9 ha Ausgleichsfläche vorgesehen. Hierbei handelt es sich um das Aufforsten für Waldentwicklungsmaßnahmen, das Pflanzen von Hecken/ Baumreihen/ Feldgehölzen und Obstwiesen sowie das Herrichten von extensivem Grünland mit Kleingewässern.

Rumbaggern im Unterricht lohnt sich also immer! Respekt vor den Maschinen und denen die sie täglich bedienen, erfragen, anfassen und ausprobieren gehörten zu diesen schönen Stunden, wie das stürmische Wetter und knöcheltiefer Schlamm. Wenn die Straße der Nutzung übergeben ist kann jeder von uns stolz sagen: „Ich bin dabei gewesen!“.