… befand Friedrich Ebert als erster Reichspräsident der jungen Weimarer Republik im Jahr 1919. [Ein Ausspruch, der nie an Aktualität eingebüßt hat.] Es reichte und reicht nicht aus, eine robuste Verfassung zu haben. Es reicht ebenso wenig aus, alle paar Jahre neue Vertretende zu wählen und sich in der Zwischenzeit einem passiven Regiert-Werden zu überlassen. Stattdessen sollte Demokratie als Prinzip und Lebensform verstanden und gelebt werden. Um wirklicher Souverän zu sein, bedarf es Interesses, politischen Selbst-Bewusstseins, und schließlich Engagements der Staatsbürger*innen.
Wie kann unsere politische Bildung am Berufskolleg hierzu einen Beitrag leisten? Natürlich mit politischem Theater! Am 19.06. um 11.00 Uhr begrüßte das Wolfgang-Borchert-Theater deshalb 139 Schüler*innen unserer Schule zur Vorstellung des Satirestücks „Putsch – Anleitung zur Zerstörung einer Demokratie“. In 135 Minuten Spielzeit konfrontierte das Ensemble die Klassen mit beunruhigenden Fragen: Was braucht es, für einen erfolgreichen Putsch einer Demokratie ohne militärische Mittel? Welche Rolle spielen dabei die Medien? Und warum sind eigentlich alle so schrecklich wütend geworden? Trotz teilweise absurder Fiktion wurden aktuelle gesellschaftliche Debatten deutlich und unsere Schüler*innen waren hin- und hergerissen zwischen ernstem Nachdenken und Gelächter.
Im Nachgang des Theaterstücks konnten die Schüler*innen der höheren Berufsfachschule Bau- und Holztechnik, der dualen Ausbildungsberufe Karosseriebau, Zimmerer und Kanalbau, des dualen Studiums Bauzeichner und des Technikerstudiums im Hoch- und Tiefbau hieran im Deutsch-, Politik- und Religionsunterricht anknüpfen. Im Gespräch haben sich spannende Perspektiven für die weitere Schärfung von Demokratiebewusstsein ergeben, sodass der Unterricht schülerzentriert gestaltet werden kann. Deutlich wurde zuletzt auch, dass es für viele Schülerinnen und Schüler das erste Mal war, dass sie politisches Theater, oder überhaupt ein Theater, besuchen konnten.
Ein besonderer Dank gilt deshalb der Sparkasse Münsterland-Ost und unserem Förderverein, ohne deren finanzielle Unterstützung diese Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre. Es konnte ein wertvoller Beitrag zu politischer Bildung und Kultur an unserer Schule, aber auch in der Gesellschaft insgesamt, geleistet werden.