Was tun, wenn die Bewerbung erfolgreich abgeschickt wurde und eine Einladung zum Vorstellungsgespräch gekommen ist? Wie bereite ich mich vor? Worauf muss ich achten und worauf kommt es an?

Genau um diese Fragen geht es beim Projekt Stilwerk, das das Jugendausbildungszentrum JAZ der Caritas Münster mit unseren Berufsfachschulklassen Fahrzeugtechnik, der Ausbildungsvorbereitungsklasse Bautechnik sowie den Oberstufen der Zootierpfleger und Tierheimpfleger durchführt.

„Im Wesentlichen geht es um drei grundlegende Bereiche bei unserem Training“, erklärt Saskia Seibert vom JAZ, „Sprache, Kleidung und Körpersprache“. Diese drei Aspekte sind maßgeblich verantwortlich für den (ersten) Eindruck, den man beim neuen Arbeitgeber hinterlässt. Ziel des Trainings ist es, ein grundlegendes Verständnis für die Sinnhaftigkeit eines Bewerbungstrainings mit all seinen Facetten zu entwickeln. Dabei geht es auch um vermeintliche Kleinigkeiten wie ein zerknittertes Oberteil oder wenn man es mit Make-Up oder Schmuck übertreibt. Aber auch Mimik, Gestik und Körpersprache sind wichtig für die Selbstdarstellung und -wirkung.

Und genau diese Bereiche werden in unterschiedlichen praktischen und handlungsorientierten Methoden eingeübt. In einer spielerisch aufbereiteten und von Leichtigkeit geprägten Art und Weise erreichen die SchülerInnen eine eigene emotionale Selbstsicherheit für ein Bewerbungsgespräch und entwickeln ein positives Selbstkonzept.

So bleiben sie nicht nur graue Theorie, sondern können sofort bei der nächsten Bewerbung, z.B. um einen Ausbildungsplatz oder den ersten Arbeitsplatz nach der Ausbildung, zum Einsatz kommen.

Wir bedanken uns beim Jugendamt der Stadt Münster, die das Bewerbungstraining finanziert und bei unserer Schulsozialarbeiterin Annemarie Kirchhoff, die das Projekt organisiert hat.


Darf im Unterricht "rumgebaggert" werden?

Am Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg in Münster schon! Und zwar im Zuge des Neubaus der B481n mit Weiterführung der Umgehungsstraße und Anschluss an die Bundesstraße B51 in Richtung Norden.

Studierende der Fachschule für Technik, Fachrichtung Tiefbau FS17TT bekamen am 07.01.2020 die einmalige Gelegenheit, organisiert von einem Schüler und Mitarbeiter der Firma Oevermann Amadeus Seidel, Berge zu versetzen und schwere Technik für starke Frauen und harte Männer auszuprobieren.

Die Baumaßnahme umfasst den Neubau von immerhin 18 Brücken auf einem Streckenabschnitt von ca. 6,5 km Länge.

Die ersten Planungen einer Umgehungsstraße Münster gehen zurück bis in die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Die damals geplante Straße sollte die Weseler Straße mit dem Flugplatz „Loddenheide“ verbinden. Mit dem Bau der Straße wurde noch vor dem II. Weltkrieg begonnen. 1940 mussten die Bauarbeiten kriegsbedingt eingestellt werden. Erst 1954 wurden die Arbeiten zum Bau einer Umgehungsstraße wieder aufgenommen. 1962 war es geschafft. 1967 wurde bereits die heutige Linienführung für eine nördliche Verlängerung der B51 von der Warendorfer Straße bis zum Schifffahrter Damm (B481) festgelegt.

Die ersten Planunterlagen für den dritten Ausbauabschnitt der B51 bis zur Warendorfer Straße und den Neubau der B481n wurden 2006 öffentlich ausgelegt und damit das Planfeststellungsverfahren eingeleitet. Im Februar 2015 wurde mit den ersten Bauarbeiten begonnen (Gehölzeinschlag, Leitungsverlegungen, Kampfmittelräumung, etc.). Mit dem Beginn des Sommers folgen die Erstellung eines unterirdischen Regenrückhaltebeckens und der Ausbau des Abschnittes der B51 südlich der Wolbecker Straße einschließlich Stützwänden und Anschlussstellenrampen.

Alle Studierenden der Fachschule für Technik, Fachrichtung Tiefbau haben beruflich in irgendeiner Weise mit dem Bau von Straßen und Verkehrswegen zu tun. Sei es der Neubau, Unterhalt und die Sanierung von Verkehrswegen durch Straßenbauer und Straßenwärter oder die Planung, Kalkulation und Überwachung von Baumaßnahmen in Planungsbüros. Selbstverständlich sind viele Studierende direkt am Baugeschehen beteiligt, als Maschinenführer oder bei Behörden im öffentlichem Dienst.

Das Planungsziel:

Die B51 hat bereits heute als stark belastete Kraftfahrzeugstraße eine erhebliche überörtliche Bedeutung mit der Funktion einer Sammel- und Verteilerschiene für den Großraum von Münster. Sie ist zudem Bestandteil der überregionalen Verkehrsachse B51/ B64 Münster – Warendorf – Rheda-Wiedenbrück. Der Ausbau der B51 ist notwendig, da die Bundesstraße aufgrund des jetzigen Ausbauzustandes und des hohen Verkehrsaufkommens den Erfordernissen nicht mehr genügt und es somit zu erheblichen Belastungen der Anlieger und der Verkehrsteilnehmer durch Lärm und Verkehrsverdrängung in die angrenzenden Wohngebiete kommt.

Der Ausbau der B51 erfolgt auf einer Länge von 2,6 Kilometern. Der Querschnitt mit den vier Fahrstreifen sorgt für eine leistungsfähige Bundesstraße Im weiteren Verlauf der Strecke wird die Bundesstraße im Bereich Mauritz auf einer Länge von 900 Metern in einer Troglage geführt. Die Fahrbahn wird bis auf eine Tiefe von zwei Metern unter dem vorhandenen Gelände abgesenkt. Das dient insbesondere dem Lärmschutz.

Neubau der B481 – Weiterführung der Umgehungsstraße in Richtung Norden:

Die Bundesstraße wird im Anschluss an die B51 in Richtung Greven und Autobahn A1 auf einer Länge von 3,64 Kilometern neu gebaut. Die neue Straße erhält einen Querschnitt (RQ15,5) mit einer Gesamtbreite von 15,50 Metern. Mit einem Fahrstreifen für jede Richtung und einem Überholfahrstreifen, der jeder Fahrtrichtung abwechselnd zur Verfügung steht, wird die neue Bundesstraße als sogenannte 2+1 Führung leistungsstark ausgebaut.

Lärmschutz und Naturschutz:

Für den Schutz der Anwohner werden entlang der B51 und B481n umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen in Form von Wällen, Wänden und offenporigen Asphaltbelägen (OPA) umgesetzt. Durch die Herrichtung von Naturschutzmaßnahmen werden neue Lebensräume, für die durch die Baumaßnahme beeinträchtigte, einheimische Tier- und Pflanzenwelt geschaffen. Insgesamt ist die Schaffung von 46,9 ha Ausgleichsfläche vorgesehen. Hierbei handelt es sich um das Aufforsten für Waldentwicklungsmaßnahmen, das Pflanzen von Hecken/ Baumreihen/ Feldgehölzen und Obstwiesen sowie das Herrichten von extensivem Grünland mit Kleingewässern.

Rumbaggern im Unterricht lohnt sich also immer! Respekt vor den Maschinen und denen die sie täglich bedienen, erfragen, anfassen und ausprobieren gehörten zu diesen schönen Stunden, wie das stürmische Wetter und knöcheltiefer Schlamm. Wenn die Straße der Nutzung übergeben ist kann jeder von uns stolz sagen: „Ich bin dabei gewesen!“.


Am Dach alles sicher? - Zimmerer Auszubildende besuchen die Firma Nelskamp

Die zwei Zimmerer Oberstufen besuchten das Dachziegel- und Dachsteinwerk der Firma Nelskamp. Herr Engelmann fand eine wunderbare Verknüpfung der rechtlichen Bereiche und bautechnischen Vorgaben bezüglich der Eindeckung eines Daches und den baupraktischen Gewohnheiten, die sich in vielen Betrieben bewährt haben. Der Spagat zwischen Normen und DIN-Vorgaben und der Baupraxis wurde beleuchtet und Fragen aus verschiedenen (Auszubildenden-)Perspektiven geklärt. Es wurden sehr anschaulich die Detailbereiche Traufe, First, Unterspannbahn, Hinterlüftung und Windsicherung besprochen und zum Teil auch durch Berechnungen ergänzt.

Die aktive Begleitung der Gruppe durch das Werk mit vielen Erklärungen an den Stationen des Produktionsablaufes rundete den Tag ab. Die gute Kombination zwischen fachlichen Aspekten und neuesten Vorschriften mit der Besichtigung der Produktionsstätte für Dachsteine ließ ausreichend Platz für Fragen und Diskussionen aus den Bereichen Verarbeitung, Recht, Forschung, neue Normen und Vorgaben. Wir bedanken uns herzlich für diesen anregenden, interessanten als auch sehr durchstrukturierten Tag und wünschen den Mitarbeitern der Firma Nelskamp gesegnete Weihnachten und einen guten Start in das Jahr 2020.


Kommunalwahl 2020 - Bürgermeister erzählt aus erster Hand

„Wie viel soll der Eintritt im Schwimmbad vor Ort kosten?“

„Soll aus der Hauptverkehrsstraße eine Fahrradstraße werden?“

„Müssen die Toiletten in der Schule erneuert werden?“

 

Das sind nur einige Fragen, auf die Kommunalpolitiker Antworten finden müssen. Im Rahmen eines Projekts haben sich die Mittelstufen der Tierpfleger mit solchen und ähnlichen Fragestellungen beschäftigt. In Kleingruppen haben sich die Schülerinnen und Schüler über Wochen damit auseinandergesetzt, wie eine Kommunalwahl abläuft und welche Entscheidungen vom Rat der Stadt oder Gemeinde getroffen werden. In einem nächsten Schritt haben die Lernenden konkrete Wahlprogramme für die kommende Wahl ausgearbeitet und mitunter eigene Parteien gegründet. Im Rahmen dieses Projekts war der stellvertretende Bürgermeister, Gerhard Joksch, zweimal zu Gast im Unterricht, um aus erster Hand über die Arbeit des Rates der Stadt Münster zu berichten. Neben allgemeinen Fragen, wie der Bezahlung von Politikern, standen auch berufliche Themen zur Diskussion. Von einer Kastrationspflicht für Katzen, über die finanzielle Unterstützung des Zoos in Münster bis hin zur Frage, ob die Einordnung von Listenhunden gerecht sei, wurde mit Herrn Joksch und dem Politiklehrer Sebastian Hochmann offen diskutiert.


Woher kommt die Currywurst?

Im Rahmen des Vermarktungs-Projektes hat die landwirtschaftliche Mittelstufe den Tönnies Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück besucht. Nach intensiver Hygieneschulung und Vorbereitung ging es durch die komplette Produktion. Die Schüler stellten am Ende fest, jeder Landwirt muss wissen wie und wo seine Tiere geschlachtet werden. Hier kann man seine Tiere auf jeden Fall bedenkenlos übergeben. Aber auch als Verbraucher sollte man in Erfahrung bringen, woher die Lebensmittel stammen.
Die Currywurst nach der Besichtigung schmeckte auf jeden Fall allen Teilnehmern sehr gut…
(W. Everwand)


Baustellenbesichtigung der FS 18 V

Von der Tiefgarage bis zur Technikzentrale auf dem Flachdach durfte die Fachschule 18 Vollzeit bei einer 3-stündigen Baustellenbegehung die Besonderheiten der Erweiterung des Clemenshospitals in Münster kennenlernen. Herr Ahling von der PDA Planungsgruppe Dörenkämper + Ahling hat den angehenden Technikern in einer sehr anschaulichen Baustellenbegehung die Besonderheiten einer Baumaßnahme in einem im Betrieb befindlichen Krankenhaus erläutert. Dazu gehören Hinweise auf Bombenfunde genauso wie die Abstimmung der Kranführer mit den Helikopterpiloten. Dieses sind nur einige der Herausforderungen, die zu dem Alltag der Baustelle gehören.

Wir bedanken uns nochmal recht herzlich für die interessanten Einblicke.

(C. Steevens)


Wiegen ist besser als Schätzen

Das Sortieren schlachtreifer Mastschweine ist ein wichtiger Bestandteil der landwirtschaftlichen Tätigkeit. Die Schüler erkannten schnell, dass der Betrieb hier sehr viel Geld verdienen kann. Er muss nur dafür sorgen, dass die Schweine weder zu schwer, noch zu leicht in die Schlachtung gehen. Nur vom Auge her ist dies sehr schwer zu schaffen. Aus diesem Grunde hat die landwirtschaftliche Mittelstufe im Rahmen des Vermarktungs-Projektes für Mastschweine in vier verschiedenen Betrieben die Tiere gewogen und das Ergebnis mit eigenen Einschätzungen abgeglichen.
Die Ergebnisse der Sortierung werden im späteren Verlauf des Unterrichts anhand der Schlachtabrechnung dieser Partien besprochen und durch Experten vom Erzeugerring erläutert. Dann wird sich zeigen, wie gut wir sortiert haben…
(W. Everwand)


Wir müssen wissen wo unsere Futtermittel herkommen

Die landwirtschaftlichen Oberstufen besuchten im Rahmen der Geflügelprojektwoche das AGRAVIS Kraftfutterwerk in Münster. Insbesondere der Weg des Getreides von der Anlieferung mittels Schiff bis hin zur Verpackung war für die Schüler sehr interessant. Auch die hier verarbeiteten 500.000 Tonnen im Jahr gehen weit über die im normalen landwirtschaftlichen Betrieb verwendeten Größenordnungen hinaus.
Ein weiterer wichtiger Baustein der Geflügel Woche ist ein Vortrag von Heinrich Iking zum Thema Geflügelfütterung.
Diese muss noch exakter berechnet und geplant werden, als wir dies schon von der Rinderfütterung kennen. Auch die speziellen Anforderungen des Geflügels an die Haltungsbedingungen nahmen viel Raum ein.
(W. Everwand)


Campingküche und Co. auf der Messe in Essen

Am 12.11.2019 machen sich die Schüler der Tischler Mittelstufen mit dem Zug nach Essen auf, um dort die „Gute Form NRW 2019“ zu besuchen. Die Tischlerinnungen von NRW haben die entworfenen und gebauten Gesellenstücke mit dem Preis ausgeschrieben und auf einer Fläche der Messe Essen ausgestellt.

Die Schüler nähern sich sehr zielstrebig den unterschiedlichen Möbeln. Zum einen, da sie einen Arbeitsauftrag zu erfüllen haben. Sie müssen Informationen und Bilder zu Themenbereichen wie Beschläge, handwerkliche Verbindungen, Schubkästen, Materialien, Oberflächen, Türanschläge und Proportionen und Kontraste herausfinden. Zum anderen begutachten sie die Ausführungen und Ideen unter dem Aspekt, dass sie im kommenden Frühling ein eigenes Gesellenstück bauen werden. Den Entwurf des Stückes haben sie bereits abgegeben- vielleicht gibt es noch die ein oder andere Idee, die es wert ist, weitergedacht zu werden. Die Schüler gehen sehr interessiert und auch kritisch an und auch zum Teil unter die Möbel, um alle Feinheiten herauszufinden.

(A. Herrmann)


Klimawandel - Was geht mich das an?

Am Donnerstag, dem 07.11.2019, stand das Ketteler-Berufskolleg ganz im Zeichen der Vorträge der EnergieVision2050. In drei Vorträgen hatten die Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit, sich über die Themenbereiche Energie und Klima/Erderwärmung zu informieren.

„Welche Visionen habt ihr? Hat jemand von euch eine konkrete Vision/Vorstellung von dem Jahr 2050?“ – So eröffnete Max Menkenhagen den Vortrag. Die Antwort: verhaltene Stille und fragende Gesichter. Anders sah dies beim Anhalte- und Bremsweg aus, das ist bekannt aus der Fahrschule. Das Prinzip übertrug Max Menkenhagen auf den Klimawandel anhand der folgenden Grafik. Als Ausgangspunkt für den Vortrag stand die Frage im Raum, ob wir noch bei „oops“ oder schon bei „fuck“ seien.

Grafik aus dem EnergieVisions-Vortrag am 07.11.2019 am Ketteler-BK

Nach dem anschließenden Informationsfilm wurde in der Aula eifrig gefragt und diskutiert:

  • Warum sollen wir aktiv werden, wenn die USA und China die Hauptverursacher der CO2-Emissionen sind?
  • Welche Energieformen eignen sich für eine Energie- und Mobilitätswende?
  • Wie sieht die Logistik/Mobilität der Zukunft aus? Was leisten heutige Akkus?
  • Wie kann es sein, dass der Grundwasserspiegel sinkt und der Meeresspiegel steigt?
  • Macht es eigentlich Sinn, Sonnenkollektoren neu zu produzieren? Ab wann rechnen sie sich (energetische Amortisation)?
  • Was kann ich als einzelne Person tun?
  • Welche (neuen) klimaschonenden Ideen zur Ernährung gibt es?

Die Schüler und Schülerinnen haben eine Menge neuer Denkanstöße mitgenommen. Auf den Fluren wurde über Insektenburger, PET-Flaschen, vertical-farming und vieles mehr diskutiert.

(E. Buschkötter, SV-Lehrerin)

Bild v.l.:

Das Moderationsteam Patric Dujardin und Max Menkenhagen von Multivision e.V.

Georg Reinhardt vom Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit der Stadt Münster