Dieses Häuschen ist das Ergebnis eines Bau-Projekts der HB11B (Höhere Berufsfachschule Fachrichtung: Bautechnik)

Ziel des Projekts war, Erfahrungen im Umgang mit den unterschiedlichen Baumaterialien zu machen, grundlegende Techniken des Rahmen- und des Mauerwerksbaus kennenzulernen und in der Praxis zu erproben. Die Schülerinnen und Schüler haben so nicht nur die Grundkonstruktion aus Holz bearbeitet und zu Rahmen zusammengefügt, sondern auch die Ausfachung geplant und letztlich gemeinschaftlich praktisch hergestellt.

Bei den vier Seiten des Häuschens kamen unterschiedliche Materialen zum Einsatz, sodass die Lernenden einen direkten Vergleich der Verarbeitungstechniken anstellen konnten.

Zwei Seiten erhielten Mauerwerk mit Ziegelsteinen in Normalformat, eine Seite wurde mit Lehmziegeln ausgefacht und eine weitere Seite erhielt einen Lehmbewurf auf ein zuvor eingebrachtes Flechtwerk.

Die Zurschaustellung alternativer und natürlicherer Baumaterialien wie Lehm und Holz ist besonders wichtig, um den Blick zu weiten, welche Alternativen es ggf. geben kann, um Bauwerke ökologisch verträglich(er) zu gestalten. Neben seiner Funktion als Anschauungsobjekt, bietet das Häuschen als Insektenhotel Wohnraum für nützliche Insekten.

Der Gedanke, Bauprojekte natürlicher, nachhaltiger und einfach „grüner“ zu gestalten, soll perspektivisch noch durch eine Dachbegrünung sichtbar werden.


"Das ganze Ding muss Spaß machen"

Die Tischler Mittelstufen besuchen die Akademie für Gestaltung der Handwerkskammer Münster am Aasee in Haus Kump.

Ein Ziel des Besuches ist die Vorstellung der Akademie mit ihren Lerninhalten und Abschlussmöglichkeiten. Die Auszubildenden verfolgen diesen Teil des Tages mit regem Interesse und tragen sehr aktiv zum gemeinsamen Gespräch bei. Sowohl das Arbeiten im Team mit unterschiedlichen Gewerken, die Projektarbeiten, die eigene Zeiteinteilung als auch die Verantwortung für das eigene Ergebnis des Projektes als auch die Gruppenarbeit bewertet die Gruppe positiv. Es werden Unterrichtsinhalte und Fördermöglichkeiten vorgestellt als auch das gemeinsame Miteinander im lebenslangen Lernprozess durch eine Weiterbildung. Sogar die Pausen mit und ohne Essen gehören zum Gesamtkonzept.

Das zweite Ziel für den Tag ist konkret und persönlich: die Schüler*innen zeigen eine von ihnen gestaltete Mappe, deren Inhalt die Planung eines eigenen Möbels ist. Diese wird mit dem geplanten Möbel und Alternativvorschlägen, Gestaltungsideen, Materialbeispielen, Detaillösungen und Farbpaletten gefüllt und wird nun mit den Gestaltern besprochen und ergänzt. Unterstützt wird dieser Prozess mit weißem Papier und einem dicken Bleistift. Es wird untereinander gefragt, ausgetauscht, draufgeschaut, beraten, verändert, ergänzt, abgewägt, neu gemacht.

Die Planungsgrundsätze könnten einfacher nicht sein:

  • WER nutzt das Möbel?
  • WAS ist die Funktion?
  • WIE kann ist die Konstruktion?

Es wird sehr deutlich, dass die Gestaltung des Möbels stark von der Funktion und seiner Handhabung abhängig ist und sich somit Dinge ausschließen und viele Aspekte unter Berücksichtigung dieser Fragen gelöst werden können.

„ein Möbel ist auch nur ein Dienstleister“

Es ist ein aufregender Tag mit vielen Eindrücken, die nun bis zu den Herbstferien verfeinert werden, damit das Gesellenstück geplant werden kann.

Wir bedanken uns herzlich für diesen Tag!


Ein neues Schulbeet als Zeichen für den Frieden

Am Dienstag, den 03.05.2022 pflanzte die Mittelstufe der Produktionsgärtner (GAM) ein Beet als Zeichen für den Frieden. Das Schulbeet wurde umgestaltet und ein Peace-Zeichen in den ukrainischen Farben erstellt. Die Ideengebung kam von Seiten der Schulleitung, die Umsetzung, Pflanzenbeschaffung, Planung und Durchführung wurde von den Schülerinnen und Schülern selbst organisiert. Bei strahlendem Sonnenschein wurde das Projekt selbstführend und ehrgeizig durch die SuS umgesetzt, sodass die Lehrkräfte Frau Althaus, Herr Heide und Herr Zartner nur beratend zur Seite standen und für das leibliche Wohl sorgten. Besonderer Dank gilt Herrn Wedeking, der den An- und Abtransport der Mulde, inklusiver Erden organisierte.


Lehrer*innen halten sich Rücken-Fit!

Rückenschmerzen sind in der heutigen Zeit weit verbreitet. Hoher Leistungsdruck und wenig Zeit für privaten Ausgleich sorgen für Spannungen im Körper, die sich auf Haltung, Stimmung und das allgemeine Wohlbefinden auswirken können. Der BAD (Partner für Arbeitsmedizin, Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement in Münster) hat dazu einen Workshop „Rückengesundheit“ angeboten. Die Teilnehmenden lernten die einzelnen Bestandteile und Funktionen ihrer Wirbelsäule kennen und erfuhren, wie Rückenschmerzen entstehen. Zugleich wurde das Gehörte direkt in die Praxis umgesetzt. Gezeigt und geübt wurden Übungen, die sich einerseits gut in den Arbeitsalltag integrieren lassen, aber auch für den Einsatz zuhause geeignet sind.


"Münster bekennt Farbe" wird zu "Münster für Frieden" - Eisbegonien-Pflanzaktion

„Münster bekennt Farbe“ ist eine Aktion, bei der am Kanonengraben ein entsprechender Schriftzug aus Blumen bepflanzt wird. Federführend bei der Pflanzaktion war in diesem Jahr unsere Klasse der Auszubildenden im Garten- und Landschaftsbau (GLM4). Aus gegebenem Anlass wurde der Schriftzug geändert: „Münster für Frieden“. 14.000 Eisbegonien verzieren nunmehr den Schriftzug sowie eine Blüte in den Farben der Ukraine und eine Friedenstaube. In etwa drei Wochen sollen die Blüten in voller Farbenpracht erstrahlen. „Warum Eisbegonien?“, werden unsere Schüler*innen oft gefragt, „Eisbegonien sind doch garnicht bienenfreundlich!“. Die Antwort unserer angehenden Fachkräfte: „Eisbegonien sind zwar nicht bienenfreundlich, aber sie schmecken den Kaninchen nicht, blühen den ganzen Sommer lang und sie brauchen extrem wenig Wasser!“. Unsere Schüler*innen planen, vom erblühten Schriftzug eine Drohnenaufnahme zu machen. Ein kurzer Beitrag über die Pflanzaktion wurde sogar in der in der Lokalzeit Münsterland im WDR veröffentlicht.


Juniorwahl 2022 NRW - Knapp 600 Lernende stimmen ab - CDU gewinnt die Wahlsimulation

Die 19. Kalenderwoche stand am Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg ganz im Zeichen der Landtagswahlen. In zwei Wahlbüros waren alle Lernenden aufgerufen an der Wahlsimulation zur Landtagwahl teilzunehmen. Dabei stand das Erleben und Üben von Demokratie an erster Stelle. Das Projekt soll die Schüler*innen frühzeitig an das Thema Wahlen und Politik heranführen und sie auf die künftige Partizipation im politischen System vorbereiten. Neben der Motivation, zur Wahl zu gehen, soll Begeisterung und Interesse an Politik geweckt werden und somit die Grundlage für späteres gesellschaftliches Engagement entstehen.

 

Die 588 Teilnehmenden haben wie folgt bei den Erststimmen abgestimmt:

Teresa Küppers, CDU:                  27,55 %

Sandra Beer, SPD:                        19,05 %

Martin Gerhardy, FDP:                17,69 %

Robin Korte, Grüne:                     12,41 %

Richard Mol AfD:                           8,16 %

Heidi Pelster, Die Partei:               7,65 %

Ulrich Thoden, Die Linke:             4,93 %

Victor Schmidt, MSP:                    1,53 %

Martin Grewer, Volt:                     0,68 %

 

Die 588 Teilnehmenden haben wie folgt bei den Zweitstimmen abgestimmt:

CDU:                                             26,87 %

FDP:                                              15,48 %

SPD:                                              14,97 %

Grüne:                                            9,69 %

AfD:                                                 9,01 %

Die Partei:                                      5,61 %

Piraten:                                           5,61 %

Andere:                                         12,76 %


In acht Wochen zum Haus

Acht Wochen. Dann muss alles fertig sein. Das war die Maßgabe für die 24 Studierenden der Abschlussklasse FS20V der Fachschule für Bautechnik des Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskollegs. Die Aufgabe: Planen Sie ein unterkellertes Wohn- und Geschäftshaus mit mindestens sechs Wohneinheiten im Bestand der Wolbecker Straße 114/116. Dazu gehörten aber nicht nur die Zeichnungen für das Haus.

Die Studierenden sollten unter realen Bedingungen planen: Bauanträge mussten gestellt werden, die Statik geprüft, der Wärme- und Energieverbrauch berechnet, Baustelleneinrichtungspläne erstellt werden, die Rohstoffmassen für die einzelnen Gewerke berechnet und Baubeschreibungen geschrieben werden. Genauso wie „im echten Leben“. Ihre Ergebnisse stellten die Studierenden nun in einer Hausmesse in der Aula des Ketteler-Berufskollegs vor. Und die Projekte können „mit Stolz präsentiert werden“, so die Meinung der betreuenden Lehrer.

„Das war eine harte, herausfordernde Zeit! Die ich aber nicht missen möchte!“, erinnert sich Fachschüler Arik Barciaga. „Die ersten zwei Wochen bestanden aus völliger Planlosigkeit, da man mehr oder weniger ins kalte Wasser geschmissen wurde.“

Die Studierenden lernten aber schnell, in der Bauplanung „eigenständig zu schwimmen“. Gearbeitet wurde in Teams, zu viert machten sich die Fachschüler*innen jeweils an einem Entwurf. Auch das war für viele eine Herausforderung. Fehlte ein Part, wurde jemand nicht fertig, musste das ganze Team mit der Weiterarbeit warten. „Diese Arbeitsplatzsimulation hatte durchaus was „Reales“, natürlich ist dieses Arbeiten unter Stress auch so gewollt.“, resümiert Arik Barciaga weiter. Und es macht die Studierenden fit für das, was sie in der Baubranche nach dem Abschluss ihrer Weiterbildung im Sommer erwartet.

In vielen Bauunternehmen und auch in Bauämtern des öffentlich-rechtlichen Bereichs ist der Titel „staatlich geprüfte/r Techniker*in“, der das Ziel aller Studierenden ist, mittlerweile Einstellungsvoraussetzung. Die Weiterbildung zum/zur staatlich geprüften Techniker*in für Hochbau oder Tiefbau kann in Vollzeit in zwei Jahren oder berufsbegleitend in vier Jahren absolviert werden. Alle Studierenden haben zuvor schon Berufserfahrung gesammelt, einige sind bereits Meister in ihrem jeweiligen Handwerk oder haben Bauingenieurwesen studiert.


Erste-Hilfe-Ausbildung am Ketteler-Berufskolleg

Fünfzehn Kolleg*innen des Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskollegs nahmen am Samstag (19.03.2022) an einer Erste-Hilfe-Ausbildung teil. Die praxisnahe und kurzweilige Schulung wurde von Frau Barbara Allamoda von der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. durchgeführt. Einige der Kolleg*innen haben bereits mehrfach und in regelmäßigen Abständen an einer solchen Schulung teilgenommen; bei anderen war es doch schon eine ganze Zeit lang her.

Zu Anfang wurde erlernt, was in der Ersten Hilfe immer richtig und wichtig ist: die Teilnehmer*innen erfuhren, wie für die eigene Sicherheit als Ersthelfer gesorgt wird und was dabei zu beachten ist. Sie lernten ferner, wie sie selbst im Notfall vorgehen können und welche Maßnahmen immer richtig sind. Im Anschluss wurden wichtige Leitsymptome (Anzeichen, das einem Beteiligten beim Eintreffen am Notfallort am stärksten ins Auge springt) und deren Notfallbehandlung erarbeitet. Im Folgenden die Ergebnisse…

Im Notfall verschaffe dir zunächst einen Überblick über die Situation und sichere sie ab. Das sogenannte PAKET enthält VIER BASISMAßNAHMEN, die immer richtig sind: sprich die in Not geratene Person an und kontrolliere ihre Vitalfunktionen: Atmung/Bewusstsein – tätige den Notruf: 112  – schütze die Person vor Wärmeverlust, z.B. mit einer Decke/Jacke – tröste und betreue sie, um ihr die Angst zu nehmen.

Bei Problemen im KOPFBEREICH müssen Kopf und Oberkörper hoch gelagert werden, um eine weitere Druckbelastung des Gehirns zu vermeiden. Eine akute Erkrankung könnte z.B. ein Schlaganfall sein, darauf könnten Kopfschmerzen, Seh-/Sprachstörungen sowie Schwindel/Übelkeit/Erbrechen und ggf. Halbseitenlähmung hinweisen. Tätige sofort den Notruf! Auf einen Sonnenstich könnten Kopf-/Nackenschmerzen, Schwindel/Übelkeit/Erbrechen sowie ein roter und heißer Kopf hinweisen. Beim Hitzschlag ist zusätzlich auch die Haut am übrigen Körper rot und heiß. Bringe die betroffene Person in den Schatten und kühle sie; beim Sonnenstich nur am Kopf und beim Hitzschlag entferne zunächst die Kleidung und kühle weit weg vom Herzen an den Händen und Füßen.

Bei Problemen im BRUSTRAUM sind die Betroffenen mit erhöhtem Oberkörper zu lagern, beengende Kleidung ist zu öffnen sowie Frischluft zuzuführen. Eine akute Erkrankung könnte z.B. ein Herzinfarkt sein, darauf könnten stechende, atem- und bewegungsunabhängige Schmerzen hinter dem Brustbein sein, die bis in den linken Arm, den Hals, den Bauch oder den Rücken strahlen können. Besitzt die Person ein Nitro-Spray, so reiche es ihr. Ansonsten tätige sofort den Notruf! Im Falle von Asthma sind rasselnde Atemgeräusche zu vernehmen. Besitzt die Person ein Asthma-Spray, so reiche es ihr. Ansonsten helfen gespitzte Lippen bei der Ausatmung, die diese verlängert, den Druck bei der Ausatmung verringert und damit das Ausatmen erleichtert. Beim Insektenstich im Mund-Rachen-Raum sollte von innen und außen z.B. mit Eis und/oder Wasser und/oder feuchten Tüchern gekühlt werden und der Atemweg freigehalten werden. Beim Verschlucken sind Schläge zwischen den Schulterblättern oder Oberbauchkompressionen zielführend.

Bei Problemen im BAUCHRAUM hilft eine liegende Lagerung mit Knie-/Nackenrolle, wodurch die Bauchdecke entspannt wird. Wenn der betroffenen Person diese Lage nicht zusagt, sollte sie selbst eine angenehme Liegestellung finden. Im Falle einer Vergiftung kann auch der Gift-Notruf: 030-19240 angerufen werden. Gib Hilfestellung beim Erbrechen und sorge für ausreichend Wasserzufuhr. Im Falle einer Unterzuckerung führe Traubenzucker oder zuckerhaltige Getränke zu, so dass die Unterzuckerung ausgeglichen werden kann.

Wenn die verunglückte Person NORMAL ATMET, aber nicht erweckbar ist, ist es wichtig, sie von der Rückenlage in die Stabile Seitenlage zu bringen. So können Erbrochenes oder Speichel abfließen, ohne dass die Zunge die Atemwege blockiert: achte darauf, dass der Mund geöffnet und der tiefste Punkt des Körpers sowie der Kopf leicht überstreckt ist. Die Person sollte so stabil gelagert sein, dass sie auch für kurze Zeit verlassen werden kann.

Wenn die verunglückte Person NICHT ATMET oder nicht normal atmet, ist schnellstmöglich mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung zu beginnen. Die Person muss dabei auf einem festen Untergrund auf dem Rücken liegen, ihr Oberkörper sollte frei sein. Platziere eine Hand mit dem Ballen in der Mitte des Brustkorbs, lege die zweite auf die erste und drücke nun senkrecht von oben mit durchgestreckten Armen ca. 1/3 des Oberkörpers tief. Die erforderliche Frequenz liegt bei ca. zweimal pro Sekunde, das entspricht u.a. dem Lied von Pippi Langstrumpf. Nach 30 Kompressionen wechsele zur Beatmung. Überstrecke den Kopf der Person, schließe deren Mund ODER Nase, atme selbst normal ein und in die Person aus. Nach zwei Beatmungen wechsele wieder zur Kompression. Führe diesen Wechsel so lange durch, bis Hilfe vor Ort ist oder die Person wieder selbst normal atmet. Ein Herzkammerflimmern kann durch einen Stromstoß aus einem Automatischen Externen Defibrillator (AED) unterbrochen werden. Dieses Gerät arbeitet vollautomatisch. Schalte das Gerät ein und folge dessen Anweisungen.

VERLETZUNGEN sind das häufigste Notfallereignis. Durch hohen Blutverlust kann ein Schock entstehen, dem vorzubeugen ist. Lagere die betroffene Person flach auf dem Rücken und hebe die Beine ein wenig an, wenn keine Probleme im Kopf-/Brustbereich feststellbar sind. Es sollten immer Schutzhandschuhe getragen werden, bevor ein Verband angelegt wird. Wunden können zuvor mit Wasser gereinigt werden.

Ein umfassender Erste-Hilfe-Lehrgang, wie der oben beschriebene, erfolgt im Rahmen gesetzlicher Vorgaben regelmäßig für 20 % der Lehrkräfte und im Abstand von zwei Jahren. Die Kosten trägt die Unfallkasse NRW.

Die heute beteiligten Kolleg*innen danken der Referentin, Frau Barbara Allamoda von der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., sehr herzlich und freuen sich auf ein Wiedersehen!


Wie geht eine effektive und praxisnahe Prüfungsvorbereitung? - So!

Am 24.02. haben die Schüler*innen der Berufskraftfahrer*innen Mittelstufen als Vorbereitung auf die Zwischenprüfung in der Praxis Abfahrtkontrollen und weitere Überprüfungen am LKW durchführen können. Dies war eine bereichernde und gelungene Ergänzung zur sonstigen Prüfungsvorbereitung. An der frischen Luft lernt es sich nochmal leichter…


Ganz neue Wege beschreiten ...

… dazu lud uns Dominik Schuurmann, ehemaliger Studierender der Fachschule für Technik des Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskollegs Münster, am Samstag, den 30.10.2021 ein. Wo nach Freigabe der B67/B474 zukünftig tausende von Fahrzeugen rollen, konnten wir unseren Fußabdruck schon heute hinterlassen.

Getreu dem Leitbild unserer Schule: „Wachsen – Bauen – Bewegen“ besuchten die Studierenden der Fachschule für Technik, Fachbereich Hoch- und Tiefbau in Teil- und Vollzeitausbildung die 15,6 km lange Baustelle des Neubaus der Bundesstraße B67/B474 von Reken nach Dülmen.

Mit dem Neubau der Bundesstraße wächst Isselburg mit Dülmen zusammen, wird eine Verknüpfung zwischen der A3, A31 und A43, eine Verbindung zu den Niederlanden, zum ostfriesischem Raum und dem Ballungsraum Rhein-Ruhr hergestellt. Seit den 70-iger Jahren existieren die ehrgeizigen Pläne der Straßenplaner von Straßen NRW, die nun durch die durchgehende Kraftfahrstraße in mehreren Bauabschnitten realisiert wird. Das 15,6 km lange Straßenneubauprojekt führt durch flächendeckende Natur- und Artenschutzbereiche und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Diverse Gutachten zum Naturschutz und Landschaftspflege waren im Planfeststellungverfahren zu erstellen, eine Vielzahl von Kompromissen und Lösungen zu finden. Mit dem Planfeststellungsbeschluss vom 01.03.2018 wurde am 17.09.2021 mit den Bauarbeiten begonnen.

Das gigantische Bauvorhaben umfasst drei Anschlussstellen, 22 Brückenbauwerke, davon 12 Straßen- und Wegbrücken, 8 Gewässerbrücken und zwei Bahnbrücken.

Weitere Daten – Fakten – Zahlen:

  • veranschlagte Gesamtkosten 81 Millionen Euro
  • Regelquerschnitt RQ 15,5 (Kraftfahrstraße mit 2 + 1 Führung)
  • prognostizierte Verkehrsbelastung bis zu 14.900 Kfz/ 24 h (davon ca. 13% LKW-Anteil)
  • geländenahe Führung mit tiefster Einschnittslage von 9 m
  • 1,3 Millionen Quadratmeter Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen
  • Schnellbuslinie Münster-Bocholt mit zwei Bushaltestellen
  • Mitfahrerparkplatz an der L600 bei Reken
  • Flächenbeanspruchung ca. 74 Hektar mit bis zu 100 Hektar Ausgleichsflächen

Beeindruckend, fachkompetent und zu Recht mit Stolz erklärt und erläutert uns Dominik Schuurmann von Straßen NRW die Besonderheiten beim Straßenbau, das Verhalten des anliegenden Erdreichs auf Belastung durch Verkehr und Brückenbauwerke, durchgeführte geologische Untersuchungen im Vorfeld der Baumaßnahmen, begleitende Qualitätssicherung und Logistik im Baufortschritt, Besonderheiten der Straßenentwässerung und Herausforderungen beim Bau der Brückenbauwerke. Fragen der Studierenden beantwortet Dominik Schuurmann mit Leidenschaft und tiefgründig. Auch Schwierigkeiten in der termingerechten Materialbeschaffung, Verschmutzung der Anliegerstraßen durch Baufahrzeuge, Vandalismus, Graffiti und „Klau am Bau“ blieben nicht unerwähnt.

Gelernt habe er viel am Ketteler-Berufskolleg, um den täglichen Aufgaben und Anforderungen eines Bauleiters bei diesem gewaltigen Projekt gerecht zu werden. Bei Straßen NRW begegnen sich Techniker und Ingenieure auf Augenhöhe. Unterschiede im Tätigkeitsfeld überschneiden sich und sind ineinander verzahnt, es geht um das gemeinsame Ziel. Auch mit den Anwohnern habe man ein gutes Verhältnis, ein offenes Ohr für die Belange, denn letztlich geht es nur miteinander und nicht gegeneinander, trotz der jahrelangen Belastungen durch die Baustelle.

Jeder wächst mit seinen Aufgaben und Dominik Schuurmann ermutigt zum Ende dieser interessanten Baustellenbegehung die Studierenden, sich über Stellenangebote bei Straßen NRW zu informieren, denn Fachleute sind gefragt – heute mehr denn je!